Features

Mittwoch 04:03 Uhr WDR5

Neugier genügt

Mit Jürgen Wiebicke Feature: Drohlisten Redezeit mit Prof. Jürgen Schmude: Undertourism zur vollen Stunde WDR aktuell

Mittwoch 09:05 Uhr Ö1

Radiokolleg - Das Meer

Ort der Sehnsucht, Ort der Gesetzlosigkeit (2). Gestaltung: Ute Maurnböck Wer ans Meer denkt, denkt an Weite, Rauschen und Tosen, an Freiheit und womöglich Urlaub. Seit jeher symbolisiert es das Unbekannte - bis heute sind Teile der Ozeantiefen nicht erforscht. Und viele Jahrhunderte lang verhieß das Meer Schrecken: auch wenn es Nahrungsgeber war, wer in die Wellen geriet, war verloren, denn kaum jemand konnte schwimmen. Die Fischer der irischen Aran Inseln trugen Pullover mit familientypischen Mustern, an denen sie erkannt wurden, so ihre unkenntlichen Leichen nach einem Unfall an die Küste gespült wurden. Bis "die See" beziehungsweise die Küstenorte als Rückzugsräume und Motive für Kunstschaffende entdeckt wurde, dauerte es noch bis ins 19. Jahrhundert. Dann wurde sie en vogue. Die Luft war gut, die angereiste Oberschicht konnte an den Promenaden flanieren. Dazu kam die Fantasie vom "Ungezügelten": man schwärmte von Fernreisenden wie der Österreicherin Ida Pfeiffer, ohne die Beschwerlichkeiten an Bord zu hinterfragen genauso wie man den ungebundenen Matrose verherrlichte, auf den in jedem Hafen eine Braut wartet, dem in der Realität aber häufig ein mangelernährter, schuftender Schwerarbeiter gegenüberstand. Das an einem Ort, an dem Gesetzlosigkeit herrschte - und das teilweise bis heute. Piraterie und Sklaverei, etwa auf Shrimpkuttern, sind gegenwärtig. Zudem droht das Idyll Meer in den vergangenen Jahre n in den Schlagworten Müllteppich, Meeresspiegelanstieg und Fischsterben zu versinken.

Mittwoch 09:05 Uhr Bayern 2

radioWissen

Der Exzentriker In vollen Zügen anders Geduld Die Kunst des Wartens Das Kalenderblatt 3.6.1895 Das Monument der "Bürger von Calais" wird eingeweiht Von Christiane Neukirch Der Exzentriker - In vollen Zügen anders Autor und Regie: Martin Trauner Der Exzentriker, er steht qua definitionem außerhalb der Mitte, also außerhalb des Zentrums. Im Mittelalter landete der Exzentriker folglich im Irrenhaus. Doch im England des 19. Jahrhunderts bewunderte man plötzlich den "Spleen", die Verschrobenheit dieser seltsamen Spezies der Menschheit. Die Soziologie des frühen 20. Jahrhunderts glaubte, ohne Exzentriker hätte das Weltgeschehen keine Triebfeder mehr, würde stagnieren. Und heute? Heute bewundert man die Exzentriker der Vergangenheit, einen Albert Einstein, einen Karl Lagerfeld oder einen Klaus Kinski. Aber gibt es heute wirklich noch echte Exzentriker? Der englische Psychologe David Weeks entwickelte vor 30 Jahren einen Exzentriker-Test, den heute wohl nur wenige erfolgreich bestehen würden. Also: was passiert mit einer Gesellschaft ohne echte Persönlichkeiten? Geduld - Die Kunst des Wartens Autor und Regie: Dorit Kreissl "Der Mensch hat das Warten verlernt. Darin liegt das Grundübel unserer Zeit", befand der Schriftsteller William Somerset Maugham. Die Geduld ist eine ungeliebte Tugend, die nicht dem Zeitgeist entspricht, wonach alle Bedürfnisse möglichst schnell befriedigt werden sollen. Dabei werden Dinge oder Beziehungen wertvoller, je länger man auf sie warten muss. Die Wissenschaft sagt, die Geduld liegt dem Menschen in den Genen, man kann sie aber auch erlernen. Interessante Ergebnisse erzielte der Psychologe Walter Mischel in den 1970er Jahren mit seinen Marshmallow-Experimenten. Kinder konnten ein Marshmallow entweder sofort essen oder sie bekamen zwei, wenn sie sich ein wenig warteten. In späteren Studien zeigte Mischel, dass die geduldigen unter diesen Kindern nicht nur selbstbewusster, beruflich erfolgreicher und sozial kompetenter waren, sie konnten auch besser mit Stress umgehen. Redaktion: Bernhard Kastner

Mittwoch 09:30 Uhr Ö1

Radiokolleg - Positives Körpergefühl

Was es stärkt und was es behindert (2). Gestaltung: Ilse Huber Mehr als einen Monat hat es gedauert: Das Virus mit dem klingenden Namen ?Corona" hat die Menschen dazu verdammt, sich in den eigenen vier Wänden aufzuhalten. Essen, schlafen, telekommunizierend organisieren und trotzdem mit den Nächsten auskommen. Eine Herkulesaufgabe. Noch dazu, wenn der gewohnte Sportausgleich fehlte. Fitnessstudio? Geschlossen. Trainingseinheit? Abgesagt. Massagen? Verboten. Ausgedehnte Wanderungen oder Skitouren? Ein Fall für Strafen. Nach der Zeit der Entbehrung regt sich das Körpergefühl. Die Hosen passen nicht mehr? Der Gürtel muss weiter gestellt werden? Und die Kleidergröße hat zwei Sprünge nach vorn gemacht? Nach ausreichendem Verzehr von Fleisch, Schokolade und Snacks vor der dem Bildschirm, meldet sich das schlechte Gewissen. Aber muss das so sein? Die verordnete Zwangspause hat vielleicht Ruhe in den ansonsten hektischen Alltag gebracht. Haut und Haar haben sich von Glätteisen sowie Makeup erholt. Und die selbst zubereiteten Gerichte haben idealerweise geschmackliche und erfrischende Abwechslung zu den üblichen Fertigmenüs gebracht. Was bestimmt also ein positives Körpergefühl? Wie kann es nicht nur entfacht, sondern auch erhalten werden? Welche Anreize fördern die Zufriedenheit mit dem eigenen Organismus? Und welche Hemmnisse arbeiten dagegen? Ob alt oder jung, ob Frau, Mann oder Person, das Wohlfühlen im eigenen Körper erzählt eine lange Geschichte.

Mittwoch 09:45 Uhr Ö1

Radiokolleg - Mehr ist Mehr

Maximalismus in der Musik(2). Gestaltung: Thomas Mießgang "Pump up the Volume" hieß ein Popsong aus den 1980er Jahren: Das Volumen aufpumpen, den Sound verstärken, die Klangvision aufblasen: Das waren zu allen Zeiten und in allen Genres immer schon Optionen, die von Musikschöpfern gerne genutzt wurden: Ob es sich nun um die "Symphonie der Tausend" handelt, mit der Gustav Mahler am Beginn des 20. Jahrhunderts eine Art orchestrales Heavy Metal veranstaltete oder um die "Wall of Sound", die Phil Spector mit vielfach übereinander gelegten Tonspuren im Charts-Pop der 1960er Jahre auftürmte. Ob es um den brüllenden Free Jazz geht, den John Coltrane mit seiner Big Band-Klangorgie "Ascension" von der Leine ließ oder um die immersiven Ganzkörpererlebnisse des Psytrance-Musik, mit der gigantische Raves beschallt werden. Das "Mehr ist Mehr" einer maximalistischen Musikvorstellung hat, gerade auch im Vergleich zum "Weniger ist mehr" des Minimalismus immer wieder Konjunkturen erlebt, mit einem Sinnesrausch, dessen Programm auf die totale Überwältigung des Publikums abzielt. Das kann durch nachgerade übermenschliche Komplexität wie bei den kaum noch dechiffrierbaren Kompositionen von Brian Ferneyhough genauso bewerkstelligt werden wie durch die ohrenbetäubende Laustärke der Drones von Phil Niblock der der Rockband SunnO))). Aber auch die akustischen Splitterbomben, die das Produktionsteam The Bomb Squad für die Rapper von Public Enemy produziert hat und das Helikopterquartett von Karlheinz Stockhausen, bei dem die Instrumentalisten hunderte Meter über dem Publikum kreisen, gehört in den maximalistischen Diskurszusammenhang. Es geht beim Klang-Maximalismus um akustische Superkräfte, die, mal elektronisch, dann wiederum durch schiere Massierung konventioneller Instrumente, entfesselt werden, um den Hörer zu verzwergen und im Flow mitzunehmen - man könnte auch von einem akustischen Safe Space sprechen, der einen trägt und beschützt, indem er alle anderen Klangsignale ausblendet und blockiert. Georges Bataille würde von der Aufhebung des Leides der Isolierung in der diskontinuierlichen Individualität durch das Aufgehen im kontinuierlichen Klangstrom der trance-induzierenden maximalistischen Sounds sprechen. Im Gegensatz zum Minimalismus, der an einer Mikrokalibrierung des Bewusstseins arbeitet, schaltet der Maximalismus die kognitiven Rezeptoren des wahrnehmenden Subjektes weitgehend aus und überschwemmt es mit dröhnenden Frequenzen, übermenschlicher Fingerfertigkeit, exzessiver kompositorischer Raffinesse oder bauchfellerschütternden Vibrationen, die das erotische Zentrum des Körpers stimulieren. Das ist faszinierend, wenn auch oft too much und kann auch gefährlich werden. Denn Musik, schreibt der Philosoph Arthur Schopenhauer sei "so sehr viel mächtiger und eindringlicher als die der anderen Künste: denn diese reden nur vom Schatten, sie aber vom Wesen."

Mittwoch 15:05 Uhr Bayern 2

radioWissen am Nachmittag

Martin Buber Was ist der Mensch? Entfremdung Philosophie der Zerrissenheit Das Kalenderblatt 3.6.1895 Das Monument der "Bürger von Calais" wird eingeweiht Von Christiane Neukirch Martin Buber - Was ist der Mensch? Autor: Stefan Daltrop / Regie: "Alles wirkliche Leben ist Begegnung" - das ist ein berühmtes Wort von Martin Buber. Wir lernen uns selbst zu verstehen, indem wir in Beziehung stehen: zur Natur, zu unseren Mitmenschen, zur Wirklichkeit. Seine dialogische Philosophie ist im Chassidismus begründet, einer Bewegung des osteuropäischen Judentums des 19. Jahrhunderts. Der Chassidismus geht davon aus, dass in jedem Leben, ja sogar in jedem Atom, ein Lebensfunke innewohnt. Diesen Funken zur Flamme werden zu lassen und sich beständig, unter allen erdenklichen Umständen für das Leben zu begeistern: das ist ein Kerngedanke von Bubers Religionsphilosophie. Ein Funke, der sich aus einem verantwortlich geführten Leben speist. Wir sind also in Beziehungen eingebettet und indem wir sie verantwortlich führen und leben, begeistern wir uns für das Leben und werden unserer Bestimmung als Menschen gerecht - so sieht es Buber. Seine dialogische Philosophie ist nach wie vor aktuell, gerade in ihrem Ansinnen, auch den Dialog der Religionen zu fördern, der immer auch ein Dialog im Bewusstsein der Unterschiede ist. Entfremdung - Philosophie der Zerrissenheit Autorin: Karin Lamsfuß / Regie: Christiane Klenz Wir quälen uns schon morgens früh im Dunkeln in endlosen Autoschlangen über die Autobahn. Um dann den ganzen Tag in künstlich belüfteten Bürotürmen bei Neonlicht eine Arbeit zu machen, deren Sinn wir schon längst nicht mehr verstehen. Mittags essen wir pestizidbelastetes Junkfood und retten uns mit viel Kaffee durch den Nachmittag. Wir kommen abends erschöpft zuhause an, ohne dass ein Sonnenstrahl unsere Haut berührt hat. Als vermeintliche Entspannung konsumieren viele von uns Mord und Totschlag im Fernsehen oder Internet. So vergeht Tag für Tag, Jahr für Jahr - bis zur schmalen Rente. Wir haben schon längst das Gefühl für Rhythmen wie Tag und Nacht und die Jahreszeiten verloren, den Wechsel aus Anspannung und Entspannung, von kraftvoller Bewegung und Erschöpfung. Mit der menschlichen Natur, die aus Pulsation besteht, hat das nichts mehr zu tun. Warum tun wir uns das freiwillig an? Ist es die Angst vor Versagen? Oder die seelenlose, rein profitorientierte Wirtschaft, die den Takt vorgibt? Viele Menschen leben jedenfalls nicht ihr eigenes Leben, sondern das, was andere von ihnen fordern. Und zahlen den Preis, dass ihre Sinne verkümmern, sie vereinsamen, krank werden und ausbrennen. Moderation: Redaktion: Bernhard Kastner

Mittwoch 19:30 Uhr Deutschlandfunk Kultur

Zeitfragen. Feature

Rudolf Mosse Die Geschichte eines deutschen Verlegers Von Holger Siemann Er begann mit einer Annoncenexpedition, wurde zu einem der einflussreichsten liberalen Verleger Deutschlands und einem bedeutenden Mäzen. Doch die Erinnerung an ihn ist verblasst.

Mittwoch 22:03 Uhr SWR2

SWR2 Feature

Täter in Uniform Polizeigewalt in Deutschland Von Marie von Kuck (Produktion: SWR/WDR/DLF 2018) Je brenzliger die Lage, desto lauter der Ruf nach starken Sicherheitsorganen. Doch was, wenn Polizisten selbst zur Gefahr werden? Die Liste der Vorwürfe ist lang: Anschläge auf friedliche Bürger, Misshandlungen in Gewahrsamszellen, sogar Todschlag und Mord im Dienst. Die Polizeigewerkschaft spricht von bedauerlichen Ausnahmen und schwarzen Schafen. Doch Amnesty International kritisiert strukturelle Polizei-Gewalt in Deutschland schon seit Jahren. Strafanzeigen gegen Polizisten führen auffällig selten zu einem Verfahren und fast nie zur Verurteilung der Beschuldigten.

Mittwoch 22:04 Uhr rbb Kultur

FEATURE

Zum 40. Todestag von Ernst Busch Der rote Orpheus Ernst Busch, Sänger und Schauspieler Von Renate Beckmann Regie: Angelika Perl Produktion: rbb 2000

Mittwoch 22:08 Uhr Ö1

Radiokolleg

Das Meer. Ort der Sehnsucht, Ort der Gesetzlosigkeit (2). Gestaltung: Ute Maurnböck Positives Körpergefühl. Was es stärkt und was es behindert (2). Gestaltung: Ilse Huber Mehr ist mehr. Maximalismus in der Musik (2). Gestaltung: Thomas Mießgang

Mittwoch 22:30 Uhr HR2

Jazzfacts

What"s going on? - Features, Interviews und was die Szene (um-)treibt |

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